Warum digitalisieren? Vorteile und Herausforderungen digitaler Geschäftsmodelle

Laut dem Bundesministerium für Wirtschaft (BMWi) war 2019 bereits mehr als jede vierte Unternehmensgründung digital – das heißt die Digitalisierung oder der Einsatz von digitalen Technologien ist entscheidend für die Realisierung des Geschäftskonzepts. Digitale Neugründungen sind also auf dem Vormarsch. Auch bei bereits bestehenden Unternehmen nimmt die Digitalisierung von Geschäftsmodellen weiter zu. Dennoch: Es gibt noch viel Luft nach oben.

Was ist ein digitales Geschäftsmodell?

Jedes Geschäftsmodell, ob digital oder nicht, ist ein Regelwerk, das die Geschäftsprozesse im Unternehmen gewinnbringend ordnet. Folgende Fragen gilt es darin zu beantworten:

  • Was ist mein Angebot?
  • Wer ist meine Zielgruppe?
  • Wie kommuniziere ich mit meiner Zielgruppe?
  • Wie erbringe ich die Leistungen?
  • Wie generiere ich Umsatz und wie erfolgen Transaktionen?

Bei digitalen Geschäftsmodellen kommt jedoch eine neue Perspektive hinzu, da die Bereiche Angebot, Zielgruppe, Leistungserbringung und Umsatzgenerierung Daten generieren. Diese Daten gilt es zu sammeln, zu verarbeiten und zu analysieren. Gelingt dies bruchfrei, so können lassen sich alle Prozesse vollständig automatisieren und Prozessketten verschlanken. Dadurch steigt die Effizienz im Unternehmen.

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Vorteile digitaler Geschäftsmodelle

Die Vorteile digitaler Geschäftsmodelle liegen also vor allem in den Bereichen Planungs- und Steuerungsfähigkeit sowie Effizienzsteigerung. Möglich wird das durch die integrierte Nutzung von Daten.

Automatisierung, Effizienzsteigerung, Prozessoptimierung

Durch die Automatisierung von Prozessen – in digitalen Geschäftsmodellen werden Leistungen häufig ohne das Zutun von Mitarbeitenden erbracht – und die damit hohe Effizienzorientierung generieren digitale Unternehmen kontinuierliche und skalierbare Umsätze. Dies gelingt jedoch nur durch eine hohe Kund:innen- beziehungsweise User-Orientierung. Das Angebot muss so designt sein, dass der:die Kund:in selbst unkompliziert und schnell die Leistung abrufen kann: Sei es bei einer Carsharing-App ein Auto zu buchen oder bei Netflix die neueste Folge von Lucifer zu streamen.

Kund:in im Mittelpunkt: Chance und Herausforderung

Diese Effizienzsteigerungen lassen sich aber nur erzielen, wenn Kund:innen und User konsequent im Mittelpunkt stehen. Das Design von Plattformen und die Angebote der Unternehmen müssen bei dem realen Menschen „Wow-Effekte“ auslösen. Personalisierung von Produkten ist ein Schlüssel dazu: Zum Preis von Massenware lassen sich durch den Einsatz digitaler Technologien individuelle Produkte designen und herstellen.

Was für Kund:innen ein Vorteil ist, ist für Unternehmen eine große Herausforderung: Denn die Ansprüche der Kund:innen wachsen. Angebote lassen sich heute schnell und einfach miteinander vergleichen, das erhöht den Wettbewerb. Und die Aspekte der User beziehungsweise Customer Experience spielen eine entscheidende Rolle für die Kaufentscheidung. Ist der Kauf- oder Buchungsprozess zu langwierig oder zu kompliziert, springen User schnell ab und nutzen das Angebot der Konkurrenz. Genau dieser Faktor ist jedoch auch eine Chance: Wer die Customer Journey optimiert und die Bedürfnisse des:der Kund:in an allen Berührungspunkten mit dem Unternehmen in den Mittelpunkt stellt, kann punkten und den Wettbewerb für sich entscheiden.

Die Beziehung zu den eigenen Kund:innen sollten Unternehmen auf Langfristigkeit anlegen. Denn regelmäßiger Austausch mit Bestandskund:innen ist rentabler und langfristig erfolgreicher als ständig wechselnde (Neu-)Kund:innen. Damit das gelingt, müssen Unternehmen die gewonnen Daten analysieren, interpretieren und auf deren Basis ihre Geschäftsmodelle beständig weiterentwickeln. Kundenbefragungen und agile Feedbackloops helfen dabei.

Digitale Geschäftsmodelle entwickeln

Der Anteil von Unternehmen, die Digitalstrategien entwickeln, ist in den letzten Jahren kontinuierlich angestiegen. Laut einer repräsentativen Umfrage des Digital-Verbandes Bitkom hatten 2020 zwar 77 Prozent der befragten Unternehmen eine Digitalstrategie. Jedoch die Umfrage ergab auch, dass nur circa 25 Prozent der Unternehmen gezielt in digitale Geschäftsmodelle investieren.

Inkrementelle Digitalisierung

Der erste Schritt hin zu digitalen Geschäftsmodellen ist bei bereits bestehenden Unternehmen meist die inkrementelle Digitalisierung, also die Optimierung von Prozessen und die Steigerung der Effizienz durch digitale Tools. Dazu zählen zum Beispiel digitale Warenerfassungssysteme oder Messungen und Datenerhebung in der Produktion, um Fehlerraten zu senken.

Herzstück Technologie

„Echte“ digitale Geschäftsmodelle gehen jedoch darüber hinaus: Bei ihnen ist die moderne Technologie das Kernstück des Business. Zum Beispiel Netflix – der Streaming-Dienst bietet seinen Nutzern im Abo Filme und Serien zu einem monatlichen Fixpreis. Die Kund:innen kaufen dabei die Serien nicht (wie früher zum Beispiel auf DVD), sondern sie zahlen für die Nutzung. Das Prinzip „Nutzen statt kaufen“ ist in vielen digitalen Geschäftsmodellen elementar. So auch in Plattform-Modellen, die Anbieter und Kund:innen zusammenbringen – wie Airbnb, Uber oder Ebay.

Digitalisierung ganzheitlich umsetzen

Neben „harten“ Faktoren wie Investitionen und Know-how sind auch kulturelle Faktoren für Erfolg und Misserfolg digitaler Geschäftsmodelle verantwortlich. Ob die Digitalisierung in Unternehmen gelingt, hängt zu einem großen Teil vom Mindset der Führungsebene und der Mitarbeitenden ab. Dabei sind diese Faktoren entscheidend:

  • Positive Einstellung gegenüber Innovationen
  • Bereitschaft, Neues auszuprobieren und zu lernen
  • Transparenz und die Bereitschaft, Wissen zu teilen
  • offene Fehlerkultur
  • Abbau von Hierarchien
  • Schaffung von Netzwerken
  • Einsatz von innovativen Methoden wie Kreativtechniken in der Angebotsentwicklung
  • Agile Management in der Projektumsetzung, um Kundenbedürfnisse besser berücksichtigen zu können

Die Führungsebene muss hier mit gutem Beispiel vorangehen und den Wandel vorleben – nur so kann sich der neue Spirit auch auf die Mitarbeitenden übertragen. Und nur so können digitale Geschäftsmodelle erfolgreich etabliert und umgesetzt werden.

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(Coverbild: © Drazen | stock.adobe.com)

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